Biografie

Ulrich Leinweber ist Regisseur für Dokumentarfilm und beleuchtet seit über vier Jahrzehnten popkulturelle Bewegungen, gesellschaftliche Gewaltphänomene, Rechtsextremismus und die Nachwirkungen des Nationalsozialismus in Film- und Fernsehprojekten.

Nach dem Abitur verweigerte er den Wehrdienst und leistete Friedensdienst im Rahmen der Aktion Sühnezeichen in der KZ-Gedenkstätte Stutthof bei Danzig und in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau in Oświęcim. Anschließend studierte er Germanistik und Visuelle Kommunikation an der Universität Kassel, wo er seine ersten Dokumentarfilme drehte, darunter “Die Stationen der Lore Diener “(1974, Porträt einer Auschwitz-Überlebenden), “Helden” (1975, Bericht über ein Treffen der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger, 1975), “Ausflug nach Auschwitz” (1976) und “Nazis, gibt’s die noch?” (Dokumentation über alte und neue Rechtsextremisten in der deutschen Bundesrepublik 1975/76).

Ab 1978 arbeitete er als Autor und Produzent für ZDF-Jugendmagazine wie Direkt und Schüler-Express, später für RTL (Explosiv) und ZDF (Showfenster). Seine freien Dokumentarfilme, oft in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW, thematisieren Gewalt und Extremismus: Reichstag, ich bereue nichts (1977, über Manfred Roeder), Kein Land in Sicht (1982, jugendliche Rechtsradikale), Einmal Nazis, immer Nazis (1997, Folgen jugendlicher Neonazis), Nazis von gestern, im Netz von heute (2004, Neonazis im Internet) oder das Update Sind die immer noch so? (2024, zu Hooligans und Rechtskurve)

Seit 2005 integriert er Clips in interaktive Internetplattformen wie Der Blaue Stuhl (zu Werten, Religionen und Europa) und Erfahrung-in-Arbeit (Erwerbsbiografien).